Hallo und Gruezi an alle!
Gestern startete mein Auslandsaufenthalt in Zürich. Ich werde hier die nächsten 6 Monate verbringen, mein Architekturpraktikum (Mein Büro:
www.weberbrunner.ch) machen und eine Vertiefungsarbeit über den Schweizerischen Werkbund schreiben. Ich will versuchen in verschiedenen Städten zu recherchieren und natürlich so viel Architektur wie möglich zu sehen.
Jetzt geht's los mit meinem Blog und ich schreibe mal ein bißchen über meine ersten 48 Stunden in Zürich.
Die Reise begann gestern gegen 13:00 Uhr und ich hatte mich ein paar Tage vor der Abfahrt entschlossen die Fahrt bei der Mitfahrgelegenheit einzustellen. Erst zwei Tage vorher meldete sich ein älterer Herr, der sympathisch klang und in Zürich wohnt.
Auf der Fahrt hat sich dann herausgestellt, dass er Musiker ist (spielt Contrabass) und noch sehr reisefreudig und aufgeschlossen mit seinen 64 Jahren ist. Er ist ständig unterwegs, stammt aus Bulgarien und lebt direkt in der Zürcher Innenstadt.
Ich hatte vorher schon gehört, dass es unglaublich kompliziert sein soll einen Dauerparkplatz in Zürich zu finden (hier wird übrigens parkiert und nicht geparkt) und das hat sich voll bewahrheitet. Es gibt blaue Zonen, weiße Zonen, stundenweise Zonen, aber einfach nichts wo man sich einfach hinstellen kann... außer wenn man einen Züricher kennt, der von den Geheimtipps gehört hat ;)
Der ältere Mann war total hilfsbereit. Nach einem 1-stündigen Stau sind wir nach ca. 5 Stunden endlich bei mir angekommen und er half mir meine Sachen auszupacken und dann bin ich wieder mit ihm los einen dieser Parkplätze zu finden, der irgendwo im Stadtteil Binz sein sollte (ca. 7 km von meiner Wohnung). In dem Stadtteil ist auch mein Büro, wo ich ab morgen mein Praktikum machen werde.
Und ich hatte echt Glück, es gab noch einen freien Platz exakt genau gegenüber von meiner Arbeitsstelle. So kann ich täglich nach dem Wagen schauen gehen. Dann hab ich dem Herrn natürlich auch noch heim gebracht, was auch nicht weit von dort war und habe ihm die Koffer hochgebracht. Ich war schon überrascht als ich bei ihm rein kann. Es standen ungefähr zehn Kontrabasse (plural?) und unzählige Geigen überall herum. Und er meinte er hätte noch einen 'Hobbyraum', in dem er noch ein paar Instrumente hätte. Er hat sich die Instrumente das Leben lang angesammelt um seine Rente zu sichern. Und jetzt will er so langsam mal eine Bestandsaufnahme machen und anfangen herauszufinden welchen Wert seine Sammlung überhaupt hat. Ich hab ihm versprochen für seine ganze Hilfe seine Instrumente abzufotografieren und ihm zu zeigen wie Excel auf seinem neuen Mac funktioniert. Eine Hand wäscht die andere.
Das war schon ein interessanter Abend und ich bin froh das der Wagen steht.
Abends habe ich noch das Zimmer eingerichtet und angefangen das MTB für die neue Saison in Schuss zu bringen. Die Mitbewohner, beide männlich, einer Chemie-Doktorant, der andere Psychologie-Student, waren beide nicht da und ich hatte die ganze Wohnung für mich.
Heute habe ich die beiden dann besser kennengelernt und ich find's sehr nett, weil es auch multilingual ist. J.-C. kommt aus der franz. Schweiz und seine Freundin spricht nur franz. Wenn sie da ist ist englisch Amtssprache. D. ist Schweizer und spricht Schweizer-Deutsch. So kriegt man von allem mal was mit.
Heute habe ich noch eine kurze MTB-Tour gemacht in dem kleinen Wäldchen, dass direkt bei mir um die Ecke liegt. Das war schon sehr vielversprechend für das was noch kommt.
Apropos radfahren, ich hatte mir ja fest vorgenommen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, aber das wird glaube ich nichts werden. Ich wohne schon relativ hoch hier und bin mit den ÖVM schneller. Mal sehen, testen werde ich das auf jeden Fall noch, aber ich nehme mir lieber eine Feierabendtour vor als jeden Tag schon völlig fertig von der Arbeit zu kommen.
In Zürich gibt es eine super Einrichtung für Erasmus-Studenten. Man kann in einem Kalender verschiedene Events anschauen, die andere Studenten der ansässigen Unis planen und sich dafür online anmelden. Habe mich mal für Dienstag Abend zum Bouldern (Indoor-Klettern) angemeldet und hoffe das ich das auch schaffe und nicht zu lange arbeiten muß. Die Events sind auch noch viel günstiger als wenn man es alleine machen würde und man lernt einfach Leute kennen.
Bis die Tage, jetzt sind's noch
4339 Stunden...
Grüße und schönen Sonnti Heiko